Christian Bals

January 31, 2010

Die wunderbare Welt der Werbung

Als Benutzer einer elektrischen Zahnbürste weiß man, dass die Ersatzbürsten krass überteuert sind. Gestern erstand ich einen 5er Pack für fast 16(!) Euro. Das ist ein schöner Haufen Geld für einen Artikel, der in der Herstellung vermutlich nur wenige Cent kostet. Aber darüber will ich mich nicht beschweren. Schließlich gehe ich den Handel freiwillig ein, weil ich das saubere Gefühl mag, das diese Bürsten auf meinen Zähnen hinterlassen. Und ich hoffe, dass ich damit nicht ausschließlich den ausschweifenden Lebensstil der Procter & Gamble Manager bezahle, den sie ohne Zweifel für ein solches Produkt verdienen.

Eine Sache stiess mir dennoch sauer auf, und das lag nicht (nur) an meiner ungesunden Ernährung: Auf der Packung der Ersatzbürsten prangt ein Logo der UNICEF mit der Aussage “1 Packung = 1 Impfdosis*”. Immerhin unterstütze ich also mit dem Kauf dieses Luxusartikels einen guten Zweck, dachte ich. Das Kleingedruckte enthüllte jedoch: “Mit dem Kauf einer Oral-B UNICEF-Logo-Packung spendet P&G €0.053 bzw. ungefähr 0.08 CHF an UNICEF, um zu helfen, Frauen im gebärfähigem Alter in einem Entwicklungsland gegen Tetanus zu impfen. Dieser Betrag entspricht z.B. den Kosten für eine Impfdosis.”

Moment mal! 5,3 lausige Cent? Von 16 Euro? Das ist aber ziemlich großzügig von P&G. Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre der Werbeeffekt des UNICEF Logos deutlich mehr wert. Aber hey, vielleicht bin ich einfach nur übermäßig kritisch und sollte mich vielmehr freuen, dass P&G diese gute Sache überhaupt unterstützt? Nein.